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Bewegung in Sport und Spiel
Termin: 25.09.2017
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Studienreise „Offene Arbeit“
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Schwierige Kinder gibt es nicht!
Termin: 27.09.2017
Ort: Akademiehotel der Thüringer Sozialakademie gGmbH (Jena)
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Zusatzqualifikation Sozialmanagement 2017/2018
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Schwierige Kinder gibt es nicht! (ausgebucht)
Termin: 28.09.2017
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Werkeln mit Holz in der Kita
Termin: 28.09.2017
Ort: Akademiehotel der Thüringer Sozialakademie gGmbH (Jena)
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Dokumentationen

Dokumentation zur Studienreise nach Schweden vom 08.-12.05.2017

Die sechste und damit vorerst letzte Studienreise nach Schweden, die unser Institut durchführte, fand vom 8. bis 12. Mai 2017 statt. Unter den Reisenden waren fünf Pädagoginnen, die mit uns schon einmal gereist waren: das freute uns sehr.

Wie in den Jahren zuvor bestand die Reiseleitung aus Frau Olga Gorovaia, die viele Jahre in Schweden gelebt und in Kitas gearbeitet hat und Jana Juhran, Leiterin des Institut 3L. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre mit sehr langen Busanreisen entschieden wir uns dafür, über Kiel mit der Fähre nach Göteborg zu reisen und damit die erste und letzte Nacht der Reise auf der Fähre zu verbringen. Somit war der Start in Dresden am Montag halb neun. Gegen 17:00 Uhr konnten wir auf der  Fähre einchecken und trafen uns dann zum Abendessen am opulenten „all-you-can-eat-Buffett“. Für viele war die Übernachtung auf der Fähre eine neue Erfahrung und wir landeten  Dienstagmorgen in Göteborg.

Nach Verlassen der Fähre fuhren wir direkt in die erste Kita, die wir bereits bei vier vorhergehenden Reisen besucht hatten: die kommunale Kita Hakefjordsgatan Förskola. Erika Wingerstad, die amtierende Leiterin, führte uns durch das Haus und stellte uns in Vorträgen in das Schwedische Bildungssystem, besonders die gesetzlichen Grundlagen der  Arbeit in Schwedens Förskolans (Kindertagesstätten) vor. Der 16 Seiten umfassende Läroplan (Lehrplan) für die Kindertageseinrichtungen ist die Grundlage  für die Arbeit in den Kitas, die Ausgestaltung und konzeptionelle Vertiefung liegt in den Händen der Pädagoginnen und Pädagogen. Der Lehrplan wurde 1998 herausgegeben und 2010 überarbeitet – hier bildete der Bereich „Aufgaben der Leitung“ einen neuen Schwerpunkt. Eine weitere Überarbeitung steht aktuell an, besonders unter dem Blick des Aufwachsens in einer digitalen Gesellschaft und den Grenzen zwischen Bildung und Unterricht sollen weitere Arbeitsschwerpunkte beschrieben werden.

Wie in den Jahren zuvor haben wir uns für Häuser entschieden, die reggio-inspiriert arbeiten. Die TeilnehmerInnen unserer Reise konnten sich wieder sehr viele Inspirationen für  die Raumgestaltung, die Beobachtung und Dokumentation sowie die Anregung kreativer Prozesse von Kindern mitnehmen.

Eine besonders überraschende Form der Arbeit wurde am Mittwoch vorgestellt: eine Buskita. Die Leiterin der Kita Timmeraswägens Förskola stellte uns diesen Bereich ihrer Einrichtung vor. Die Kapazitäten ihrer Kindertageseinrichtung reichten nicht mehr aus uns so entstand die Idee, mit den größeren Kinder diese Form der pädagogischen Arbeit zu wählen. Besonders die Argumentationsarbeit im Hinblick auf die Bedenken der Eltern stellte die Leiterin anschaulich dar. Ein Reisebus wurde entsprechend so umgebaut, dass auch das Mittagessen für die Kinder mitgenommen wird und Platz für persönliche Sachen der Kinder ist. Wir folgten mit unserem Reisebus der Busförskola zu ihrem Ziel an diesem Tag: die nahe gelegene Montessori-Schule. Hier wollten die Kinder der Kita, die bald in die Schule kommen, mit den Schulkindern erste Kontakte knüpfen.

Wir fuhren mittags weiter Richtung Jönköping, wo wir gegen vier in der Kita „HallonEtt“ erwartet wurden. Der Versuch, für die gesamte Gruppe noch ein Mittagessen in der Mensa der benachbarten Hochschule zu organisieren, war eine Herausforderung. Nach dem Essen war Gelegenheit, die schöne Stadt Jönköping kennen zu lernen und in den Ladenstraßen oder am Strand des Vätternsees ein wenig zu bummeln.

Dann wurden wir in der Kita „HallonEtt“ herzlich empfangen und von der Leiterin Carin Hellberg und der Pädagogin Anna beispielhaft in die pädagogische Arbeit einer reggio-inspirierten Einrichtung eingeführt. Besonders die detaillierte Präsentation eines Projektes konnte die Arbeitsweise hier verdeutlichen. Dann war Zeit, sich intensiv im Haus umzuschauen, zu fotografieren und Fragen an die Pädagoginnen zu stellen.

Die Beryllsgatans förskola war am Donnerstag die letzte Einrichtung, die wir besuchten. Die Kita liegt in einer Gegend von Göteborg, in der viele Familien mit Lebenserschwernissen leben.  Der Anteil an Migranten ist sehr hoch. Die Kita wurde neu gebaut und das Team befindet sich noch im Aufbau. Die Pädagogista (Fachberatung) Charlotte Geijer präsentierte der Gruppe noch einmal die Grundlagen der reggio-inspirierten  Arbeit und die Konsequenzen, die für die Kita daraus in der täglichen Arbeit hervorgehen. Die Gruppe hatte die Möglichkeit, sich im Haus zu verteilen, Beobachtungen zu machen und mit den PädagogInnen ins Gespräch zu kommen.

Voller Eindrücke verließen wir auch dieses Haus, um zum Mittagessen in einem Shoppingcenter zu fahren. Dort war genügend Zeit, Mitbringsel und Reiseandenken einzukaufen und anschließend fuhren wir zurück zur Fähre, um die Rückreise anzutreten.

Freitag kamen wir am Abend trotz Feierabendverkehrs in der Berliner Innenstadt und kleineren Staus pünktlich in Dresden an.

Wir hoffen, dass alle gut nach Hause gekommen sind, die Eindrücke der Reise noch ein wenig anhalten und das eine oder andere in der eigenen pädagogischen Praxis angewendet werden kann. Vielen Dank für das Interesse, die Begeisterung und die vielen positiven Rückmeldungen an uns. Es hat großen Spaß  gemacht, gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen.