Fachtag: Offene Arbeit, Bindung und Beziehung - Ausgebucht!

Idee: „Die Chancen der freien Wahl“

„Offene Arbeit hat sich Selbstbestimmung und Beteiligung der Kinder auf die Fahnen geschrieben.

Vor allem die freie Wahl der Beziehungen sowohl zu Kindern als zu Erwachsenen ist ein Kernpunkt des Konzeptes. Daraus ergeben sich veränderte Strukturen der Planung und Zuordnung. Wichtigstes Erfordernis ist die gemeinsame Verantwortung und Zusammenarbeit im Team.

Eine verbreitete Befürchtung ist, dass in der Offenen Arbeit keine Bindungen entstehen, weil die feste Gruppenzugehörigkeit aufgelöst wird. Darin stecken mehrere Irrtümer:

Erstens: Die Vermischung von Bindung und Beziehung. Bindung gehört in die Familie. Dort binden sich Kinder – lebenslang. Sie haben keine Wahl. In der Kita hingegen müssen sie sich nicht binden. Hier können sie über ihre Beziehungen und den Grad ihrer Intensität selbst bestimmen. Nähe ist freiwillig. Jedenfalls in der Offenen Arbeit.

Zweitens: Kontinuität ist nicht automatisch gut. Sie kann im Gegenteil höchst negativ wirken, wenn die Beziehung zur „Bezugsperson“ gestört ist.

Drittens: Die Überbetonung der Beziehungen zu Erwachsenen. Mindestens so wichtig sind die Beziehungen der Kinder untereinander. In der Offenen Arbeit spielen die frei gewählten Kindergruppen eine große Rolle. Schon früh beziehen sich Kinder aufeinander, sie stecken sich gegenseitig mit ihren Ideen an, schaffen sich eigene Regeln, treten für ihre Interessen ein und bestimmen Abläufe.“

Gerlinde Lill wird in dieser Veranstaltung diese Überlegungen weiter ausführen und mit den TN praxisnah diskutieren.

Zielgruppe:                        Pädagog/innen für 0-10jährige, Leiter/innen, Fachberater/innen und Multiplikator/innen

Referent/in:                      Dr. Gerlinde Lill, promovierte Pädagogin, Grafikerin und Politologin, hat 2001 zusammen mit Christa Möllers das Netzwerk Offene Arbeit Berlin- Brandenburg (NOA) gegründet. Seitdem setzt sich dieser Arbeitskreis, der mittlerweile aus 30 Frauen besteht, mit dem inneren Kern der Offenen Arbeit und dessen äußeren Formen auseinander. In der Verschränkung von Praxisbeobachtungen, gemeinsamer Reflexion und theoretischer Vertiefung entstanden unter anderem „Prüfsteine“ für die Qualität Offener Arbeit sowie Fachbücher und Fachartikel. Das NOA hat sich mit Arbeitskreisen in anderen Bundesländern vernetzt, diverse Hospitationsreisen und bislang vier bundesweite Fachgespräche veranstaltet. Themen waren: Selbstbildungsprozesse bei Erwachsenen“ (2006), „Kollegiale Spiegelung“ (2008), „Abenteuer Bildung“ (2010) und „Das Kreuz mit der Freiheit“ (2013).

 

Flyer: Hier

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